Hier noch sehr schöner Artikel, welcher in der Zeitschrift waterview veröffentlicht war.
Mit allen Wassern gewaschen - Gemeinsamkeiten und Unterschiede verschiedener Warmwassertherapien
Die folgenden Kurzbeschreibungen beziehen sich auf die Grundformen der neuen Wassertherapien, für die es auch entsprechende Ausbildungsstrukturen gibt. Daraus haben sich weitere Formen entwickelt, die zum Teil unter eigenen "Markennamen" eine ähnliche oder abgewandelte Arbeit anbieten. Um zu klären, welche Art der Wasserarbeit die individuell "richtige" und wer der geeignete Therapeut ist, empfiehlt es sich, Programme, Angebot und Qualifikation vorab zu prüfen.
Water-Shiatsu, auch Watsu genannt, ist eine Kombination aus Massage, Bewegung und Dehnungen im warmen Wasser. Beim Watsu bleibt das Gesicht immer über der Wasseroberfläche. Wasser-Atem-Tanz heißt die mal sanfte, mal schwungvolle halbkreisförmige Bewegung, in der Atem und Bewegung zu einer Einheit verschmelzen. Gleichzeitig wird der ganze Körper dabei gedehnt. Shiatsu, eine japanische Fingerdruckmassage, ist die eigentliche Spezialität von Watsu. Die Shiatsupunkte werden entlang der Energiebahnen (Meridiane) massiert. Um all diese Punkte zu erreichen, wird der Körper in verschiedenen Positionen gehalten. Das mag vielleicht sogar ein wenig akrobatisch anmuten, für einen geübten Watsu-Practioner ist es ein Spiel mit der Schwerkraft. Die Sitzung endet dort, wo sie begonnen hat: am Beckenrand, wieder festen Boden unter den Füßen und gut geerdet. Der Schwerpunkt davon Watsu ist Entspannung und Energiefluss durch die Shiatsu Massage.
Harold Dull entwickelte Watsu in den heißen Quellen Kaliforniens aus der japanischen Shiatsu Massage. Er unterrichtet Watsu weltweit seit Anfang der achtziger Jahre. Helen Schulz und Ebo Shanti Mook Petschel sind Watsu-Trainer in Deutschland, Arjana C. Brunschwiler lehrt Watsu in der Schweiz.
Beim WasserTanzen (Wata) wird die Sitzung durch verschiedene Dehnungen und Drehungen der Wirbelsäule eingeleitet, um die Beweglichkeit des Körpers zu fördern. Wenn Bewegung und Atem harmonisch verschmelzen, beginnt die Unterwasserphase mit sanftem seitlichem Eintauchen des Gesichts. Ein WasserTänzer nimmt den gestreckten Arm oder das gestreckte Bein als Hebel, um den Körper unter Wasser in bestimmte Richtungen zu führen. Mit diesen Arm- oder Beinhebeln hat er die Möglichkeit präzise Bewegungen einzuleiten und wieder aufzufangen. Er selbst bleibt dabei in seiner eigenen Mitte zentriert während er als Tänzer den "Walzer" führt. Kreisende, kugelnde und spiralförmige Bewegungen wechseln einander ab. Eine Unterwassermassage bildet den Abschluss der WasserTanz-Sitzung. Eine der Grundlagen des WasserTanzens ist Aikido, eine Selbstverteidigungstechnik, die harmonische Koordination von Bewegungsabläufen und präzise Körperbeherrschung lehrt. Aman Schröter und Arjana C. Brunschwiler sind die Begründer und Lehrer von WasserTanzen.
Wasser-Shiatsu und WasserTanzen wurden vom IAKA (Institut für aquatische Körperarbeit) zu einer kompakten mehrjährigen therapeutischen Ausbildung zum Aquatic-Bodyworker verbunden.
Aqua Wellness verkörpert eine sehr weibliche Komponente der Wassertherapien, bei der sich Elemente aus sanfter Massage, Gelenkmobilisation, Rebalancing, Streching und Atemarbeit miteinander verbinden. Speziell entwickelte Bewegungsabläufe über und unter Wasser lassen die ganze Wirbelsäule weit ausschwingen und bringen die Energie zum Fließen. Eine Aqua Wellness Sitzung lässt viel Zeit und Raum, nach innen zu gehen, sich fallen zu lassen und sich zu spüren. Besondere Positionen erinnern daran, wie ein Kind gehalten zu werden oder sich unter Wasser wie im Bauch der Mutter zu fühlen. Die Sitzung beginnt mit einer Entspannungsphase an der Wasseroberfläche mit sanften Bewegungen und Dehnungen. Es folgt eine Massage, bevor es behutsam ganz unter Wasser und dann spielerisch tiefer und tiefer hinab gehen kann. Geschütztes, ruhiges Halten am Ende der Sitzung gibt Raum und Integrationszeit. Kaya Femerling und Nirvano Schulz sind die Begründerinnen, das Institut für Aqua Wellness in Bad Sulza wird von Musia Heike Bus geleitet.
Aqua-Rebirthing ist eine Atemtherapie. Sie kann entweder in Rückenlage, mit dem Gesicht über Wasser, oder in Bauchlage ausgeführt werden. Bei der Bauchlage ist das Gesicht unter Wasser, geatmet wird durch einen Schnorchel. Der Therapeut hält und unterstützt den Atmenden. Kreisatmen kann die Aktivierung von unterdrückten Erinnerungen und Gefühlen fördern, beispielsweise an die eigene Geburt oder die Zeit im Mutterleib. Rebirthing hilft, unverarbeitete Prozesse noch einmal bewusst mit allen Gefühlen zu aktivieren, zu durchleben und sie neu zu verarbeiten und zu integrieren. Das Atmen durch den Schnorchel im warmen Wasser trägt dazu bei, das Bewusstsein zu erweitern und führt oft zu einer tiefen inneren Stille. Wie bei einer Meditation können Gefühle von Eins-Sein und Ekstase auftreten. Rebirthing wurde von Leonard Orr in den USA neu entwickelt und in Deutschland u.a. von Binnie Dansby unterrichtet
Oceanic Aqua Balancing war der ursprüngliche Name der Aqua Wellness Bodywork. Seit 2008 wird unter diesem Namen wieder Körperarbeit in warmem Wasser in Verbundenheit und mit dem Segen der Begründerin Nirvano Martina Schulz angeboten.
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Herzlichen Dank an Musia vom Institut für Aquawellness , sie hat uns diesen Artikel zur Verfügung gestellt.
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Was ist AquaWellness Bodywork?
Hier beginnt die Herausforderung der wörtlichen Beschreibung ... und das ist gar nicht so einfach. Vor ein paar Jahren beschrieb ich meine erste Aqua Wellness Bodywork Session so:
In einem Urlaub hatte ich das Vergnügen, erstmalig Körperarbeit in warmem Wasser kennen lernen zu dürfen. Man muss wissen, es gibt verschiedene Formen dieser Entspannungstechnik - bei mir war es Aqua Wellness Bodywork.
Ich will versuchen dieses beeindruckende Erlebnis zu beschreiben.
Nach einem ausführlichen Vorgespräch wurde ich liebevoll von dem Bodyworker auf ein Nackenkissen und eine Poolnudel gebettet und in einem warmem Pool hin und her geschaukelt. Er stand immer ganz nah bei mir und hat mich gewiegt, gehalten, geschwungen und geschaukelt. Er massierte sehr professionell und sanft meinen Körper und vermittelte mir ein Gefühl von - wie soll ich es beschreiben - absolutem Sein. Er kümmerte sich nur um mich, nur ich und meine Bedürfnisse waren wichtig.
Nach einer Zeit entfernte er die Schwimmhilfen und ich lag wie ein Baby bei ihm im Arm. So fühlte ich mich auch - sicher und geborgen, gehalten und getragen. Sehr liebevoll und voll Fürsorge. Es waren andere Bewegungen möglich, die Wirbelsäule konnte ganz anders schwingen und sich winden. Es war unglaublich wohltuend.
Der dritte Teil war der wohl schönste für mich. Es ging auf eine Reise unter die Wasseroberfläche. Der Bodyworker hatte mir vorher eine Nasenklammer gegeben, die verhindert, dass Wasser in die Nase kommt und es unangenehm wird. Auf ein Druckzeichen führte er mich sehr vorsichtig unter Wasser. Erst ganz kurz und nah bei seinem Körper. Später jedoch waren es lange und weit schwingende Bewegungen. Wie eine Wasserpflanze fühlte ich mich, ich sah mich im Geiste mit Delfinen schwimmen und die Farben in meinem Kopf waren unglaublich stark und voller Leuchtkraft. Klingt ziemlich abgefahren - ich kann es aber nicht besser beschreiben.
Frei hab ich mich gefühlt, es war so egal wer oder was ich an Land bin. Ich durfte einfach ICH sein - das war das stärkste Gefühl dabei. Ich bin ich und so fühlt es sich gut an.
Nach der Session hatte ich Ruhe nötig und fühlte mich noch lange sehr erfüllt und "aufgetankt".
Jedem der Wasser mag wünsche ich so eine schöne Wassersession. Nur zu!
Unter www.aquawellness-netzwerk.com (dem Netzwerk der Aqua Wellness Bodyworker) findet man Warmwassertherapeuten in ganz Deutschland. (frauke.sayer)
der Bericht ist online zu finden